Wie Eisenbach früher einmal war

Wie Eisenbach früher war

Dieser Audiobeitrag nimmt Kinder mit auf eine spannende Reise in das frühere Dorfleben von Eisenbach. Auf kindgerechte und lebendige Weise erfahren sie, wie Menschen damals gearbeitet, gelebt und ihren Alltag gestaltet haben. Die Geschichte ist leicht verständlich erzählt, weckt Neugier auf vergangene Zeiten und vermittelt zugleich ein Stück Heimatgeschichte. Dabei bleibt sie nah an den überlieferten Tatsachen und eignet sich wunderbar zum gemeinsamen Zuhören.

Eisenbacher Terminkalender

Alle Veranstaltungen der Eisenbacher Vereine auf einen Klick.
Poloshirt

Neues Vereinsshirt für Eisenbach erhältlich

Die Verschönerungsgemeinschaft Eisenbach e. V. bietet gemeinsam mit ihrem Ausschuss Eisenbach Einst und Jetzt ab sofort ein eigenes Vereinsshirt an. Das Poloshirt soll den Zusammenhalt stärken und allen Mitgliedern sowie Freunden und Unterstützern der Vereinsgemeinschaft die Möglichkeit geben, ihre Verbundenheit mit Eisenbach zu zeigen. Das hochwertige Poloshirt ist zum Preis von 35 Euro pro Stück erhältlich. Freundlich unterstützt wird das Projekt von GABS Textildruck aus Bad Camberg, der die Umsetzung der Shirts begleitet. Bestellungen können ab sofort per E-Mail an vendtdaniel@yahoo.de...

Eisenbach macht mit bei benchmap.de: Ruhebänke digital entdecken

Wer zu Fuß unterwegs ist, kennt ihren Wert: eine Bank am Wegesrand, auf der man kurz verschnaufen, die Aussicht genießen oder einfach ein paar Minuten verweilen kann. Doch wo genau stehen eigentlich die Ruhebänke rund um einen Ort? Das ehrenamtliche Projekt benchmap.de hat sich dieser Frage angenommen – und nun beteiligt sich auch „WIR FÜR EISENBACH – Verschönerungsgemeinschaft Eisenbach e.V.“ daran. Eine digitale Karte für Ruhebänke benchmap.de entstand ursprünglich mit dem Ziel, die vorhandenen Ruhebänke rund um Steinfischbach auf einer interaktiven...

Die 750-Jahrfeier in Eisenbach 1984

In der Zeit vom 21. bis 25. Juni 1984 fand in Eisenbach die größte Festwoche der Gemeindegeschichte statt. Anlass war die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens „Isenbach“ im Jahr 1234. Ein ebenso umfangreiches wie vielfältiges Festprogramm sollte allen Einwohnern und Gästen bestmögliche Unterhaltung und breit gefächerte Informationen über die Ortsgeschichte bieten. Im Jahr 1234 wurde der Name des Dorfes Eisenbach eher nebenbei zum ersten Mal in einer Urkunde des Stifts Limburg genannt, die sich heute im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden...

Münster und Eisenbach in Grenzstreitigkeiten

Im 14. Jahrhundert braute sich über Europa eine Phase großer klimatischer Umwälzungen zusammen, die als die „Kleine Eiszeit“ in die Geschichte einging. Im Taunus, einer hügeligen und bewaldeten Region, führte diese Klimaverschlechterung zu dramatischen Wetterereignissen. Die Menschen litten unter langanhaltenden, frostigen Wintern und verregneten, kalten Sommern, was die Ernten ruinierte und Hungersnöte auslöste.

Mustafa Cinar: Vom Gastarbeiter aus Anatolien zum Eisenbacher

Das 1961 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei geschlossene Abkommen regelte die Anwerbung von Gastarbeitern – eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Deutschland brauchte dringend Arbeitskräfte, in der Türkei war die Arbeitslosigkeit sehr hoch. In einem Zeitraum von zwölf Jahren kamen ca. 900.000 Menschen aus der Türkei nach Deutschland. Sie verließen ihre Heimat, um zu arbeiten, um die Familie ernähren zu können. Viele sind geblieben. Sie und ihre Nachkommen prägen bis heute das Land – und wurden selbst geprägt. Einer davon war Mustafa Cinar aus Çınarlı, nahe Erzincan.

Benedikt Gattinger – Tabakwaren-Geschäft und Zweigstelle der Nassauischen Sparkasse Camberg

Die 1930er Jahre hatten begonnen, der Börsenkrach (der sogenannte „Schwarze Donnerstag“) von 1929 lag noch nicht lange zurück, die Menschen spürten die Weltwirtschaftskrise weiterhin. Es hieß: überleben, Familie ernähren und deshalb auch kreativ zu sein. Die Angst vor dem sozialen Abstieg war groß. Der gelernte Maurer Benedikt Gattinger, geboren am 14. November 1890 in Eisenbach (Sohn des Schusters Peter Gattinger und dessen Ehefrau Anna Maria, geb. Schnierer), sah vermutlich zu dieser Zeit seine Lebenschance im Handel mit Tabakwaren. Er...

Kolonialwaren in Eisenbach („bei Liese“)

Elisabeth und Johann Gattinger hatten sich in Köln kennengelernt. Beide nicht mehr jung. Sie war Köchin im Haushalt eines Zahnarztes, er verschönerte ihm das Wohnhaus. Liebe auf den ersten Blick? Überliefert ist aus dem Jahre 1898, dass Sohn Alfons im Elternhaus von Johann in der Kirchstraße 19 geboren und die Kindtaufe im „neuen“ Haus in der Kirchstraße 24 gefeiert wurde. Ganz seiner Zunft verschrieben, verschönerte Johann sein Haus innen wie außen mit hohen Decken und Stuck. Elisabeth und Johann Gattinger hatten...

Das erste Elektrogeschäft in Eisenbach

Das erste Elektrogeschäft in Eisenbach eröffnete in den 50er Jahren. Doch wie kam es dazu? Das Ehepaar Josef Ries Senior und Maria Ries, geborene Stickel, hatte vier Kinder: Josef (geb. am 30.05.1925), Werner (geb. 1926), Erwin (geb. 1931) und Willy (geb. 1936). Sie wohnten in der Bergstraße. Drei der vier Söhne erlernten einen Handwerksberuf. Erwin wurde Schreiner, Werner war sein gesamtes Berufsleben als Verputzer tätig und Josef entschied sich, Elektriker zu werden. „Ein Jugendlicher schloss während des Dritten Reiches seine Schulausbildung fast...

Lebensmittelgeschäft Jakob Falkenbach (Pfeiferch)

„Kolonialwarenhandlung Jakob Falkenbach“ heißt es auf dem geschwungenen Schriftzug am Eingang des Hauses. Ein Zigarettenautomat befindet sich rechts neben der Tür. Drei Treppenstufen und schon stehen die Eisenbacher Kunden im Geschäft in der Mühlstraße. Es gehört – wie es der Name schon sagt – Jakob Falkenbach, von allen nur „Pfeiferch“ oder „Pfeifers Job“ genannt. Er eröffnet es wahrscheinlich in den Kriegsjahren, ab 1944/1945 wird es von Johanna Weilmünster geführt. Das Sortiment ist groß, auch Produkte aus den ehemaligen deutschen Kolonien...

Der Eierkarton-Handel von Willi Schäfer

In den 1950er Jahren war die Wiederverwendung von Eierkartons und anderen Verpackungsmaterialien eine absolute Selbstverständlichkeit und tief im Alltag verwurzelt. Während heutige Hygienevorschriften und das Umweltbundesamt oft zur Entsorgung raten, um Keime wie Salmonellen zu vermeiden, war die damalige Mentalität durch Sparsamkeit und den Geist der Nachkriegszeit geprägt. Der ältere Bruder Albert Schäfer, geb. 1911, führte ein Lebensmittelgeschäft in Wiesbaden und sammelte Eierdeckel im Rhein-Main-Gebiet, wodurch er diesen Handel aufbaute. Der 33-jährige Wilhelm (Willi), geb. am 6. April 1924, tat...

Die Geschäfte der Familie Aumann

Eisenbach, November 1937 „Vater, Tilly, kommt schnell zum Radio!“ Der 40-jährige Sally streckte seinen Kopf aus der Tür und rief seinen Vater und seine Schwester Klothilde herbei, die sich gerade im Hof des Hauses befanden. Zurück in der Wohnstube, drehte er den Regler des Radios etwas lauter. Zu dritt lauschten sie, was im Radio verkündet wurde: „Erben eines deutschen Staatsangehörigen, die ihre Staatsangehörigkeit verloren haben, können ihr Erbe nicht antreten. Schenkungen an solche Personen sind verboten. Dem Erben eines deutschblütigen Erblassers...
Spar Markt Hartmann

Geschichte des Konsums in Eisenbach

Von kleinen Läden bis hin zu den ersten Supermärkten – eine kleine Zeitreise durch Eisenbachs Einkaufsmeile. In unserer Artikelreihe stellen wir einige dieser längst verschwundenen (und zum Teil in Vergessenheit geratenen) Läden vor. Es handelte sich um kleine „Tante-Emma-Läden“ oder Kolonialwarenläden, die vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg in Eisenbach eröffneten. Wo heute Autos in den Straßen stehen oder durch diese fahren, waren damals viele Geschäfte, Gaststätten, Kneipen vorzufinden. Eisenbach glich regelrecht einer Einkaufsmeile. Unvorstellbar ist es heute, wie Eisenbach mit...

Von „Onkel Schorschs“ Tante-Emma-Laden zum Spar-Supermarkt von Jetti und Heinz Hartmann

Sieben Jahrzehnte kaufmännisches Wirken in Eisenbach „Ohne dich schlaf' ich heut Nacht nicht einOhne dich fahr' ich heut Nacht nicht heimOhne dich komm' ich heut nicht zur Ruh'Das, was ich will, bist du“ Laut ertönten die Musikzeilen, der Bass dröhnte. Die Zuhörer lauschten beseelt der Musik oder sangen den bekannten Text mit. Es war August 1986. Nicht nur die Eisenbacher waren in Scharen zur Festhalle gelaufen, die Halle war voll. Kein Wunder: Die „Münchener Freiheit“ gab ein Konzert. Als der letzte Ton...

Interaktives Logbuch: 48 Stunden im März 1945

Das Osterfest 1945 bedeutet für Eisenbach und seine Bewohner Trauer und Leid auf der einen, Freude und Erleichterung auf der anderen Seite: Bei einem Beschuss auf Eisenbach sterben fünf Zivilisten. Ein Tag später wird das Dorf von US-amerikanischen Truppen befreit. Der Zweite Weltkrieg endet für Eisenbach. Wann die Amerikaner Eisenbach erreicht haben, lässt sich nicht mehr genau bestimmen. Vom 29. März 1945 (nachmittags) bis kurz vor Mitternacht am 30. März 1945 ist alles möglich. Es ist jedoch zu vermuten, dass...

Die Fremden von Eisenbach – eine Spurensuche (1914–1945)

Von Christian Heinz und Julia Hartmann Was verraten die verstreuten Spuren, die die Kriege des 20. Jahrhunderts im Mikrokosmos von Eisenbach hinterlassen haben? Ein vergilbtes Foto, eine Notiz in einer Lohnliste, ein längst verschwundenes Grab? Diese Geschichte ist kein bloßer Bericht, sondern eine mühsame Spurensuche. Sie ist der Versuch, aus Fragmenten das Leben jener Menschen zu rekonstruieren, die von der Weltgeschichte in ein kleines Dorf im Taunus gespült wurden. KAPITEL 1: Das Rätsel des Florentiners KAPITEL 2: 1914/1915 – Die trügerische Idylle...

Die Tongrube „Töpferkaut“

Rötlich schimmert die Erde, schon von der Landstraße aus ist die Grube auszumachen. Auf etwa zehn Hektar Fläche haben sich über die Jahre und Jahrzehnte Bagger durch die Erde gegraben und ein großes Loch entstehen lassen. Es ist der – vor allem im Westerwald und Limburger Becken sowie in kleineren Gebieten im Taunus – vorkommende Rohstoff Ton, der hier abgebaut wird. Es ist ein Rohstoff, der lebenswichtig und aus unserem Alltag kaum wegzudenken ist: Egal ob die Ziegel auf...

Ein Fels aus Stein

Auf den sogenannten Steinfels – im Jahre 1380/81 erstmals als Flurname belegt – blickt man, sowohl wenn man von der B8 in die Straße, die nach Eisenbach führt, einbiegt, als auch über die Landstraße von Dauborn kommend. Für mindestens 60 Jahre war im Steinfels mal eine Grube in Betrieb, aus der Blei- und Kupfererze gewonnen werden sollten – der Name: Hoffnung II. Hierfür wurde ein Stolleneingang gebaut. Erste Schürfarbeiten fanden ab dem Jahr 1834 statt, im Januar 1871 erging die Verleihung der Grube auf Bleierz an den „Bergverwalter August Schaus aus Wetzlar“.

Eisenbacher Kriegstote

Die beiden Weltkriege forderten unzählige Menschenleben. Regierungen jener Zeit schickten ihre (jungen) Landsmänner in den Krieg. Viele kehrten nicht mehr zurück. So erging es auch einigen Eisenbacher Männern, die im Ersten oder Zweiten Weltkrieg gefallen sind oder seither als vermisst gelten. Es handelt sich um 97 Gefallene und 38 Vermisste im Zweiten Weltkrieg, gemäß Eisenbacher Heimatbuch, welche auf den Angaben des Eisenbacher Ehrenmals beruhen. (Genau genommen sind es insgesamt 144 Opfer.) Im Ersten Weltkrieg „blieben“ 63 Eisenbacher „im Krieg“...

Josef Ries‘ Dienst in der Wehrmacht und bei der Organisation Todt

Laut dem sog. Heiratsnebenregister wurde Josef Ries Senior am 5. Februar 1896 in Hadamar/Lahn geboren. Es ist anzunehmen, dass er sehr wahrscheinlich im Ersten Weltkrieg als (Front-)Soldat dem Vaterland gedient hat. Seine genaue Funktion sowie Einsatzort und -zeitraum sind nicht bekannt.  Laut Heiratsnebenregister war er im zivilen Beruf Lackierer. Josef Ries Senior heiratete Maria Stickel am 13.10.1923, zog nach Eisenbach und wohnte zuletzt in der Bergstraße. Das Paar hatte vier Söhne. Alle überlebten den Krieg. Von den vier Söhnen wurde...

Der Tod an einer ruhigen Front

Diese Darstellung basiert auf Aufzeichnungen von Josef Reichwein in einem Tageskalender sowie Familienerzählungen. Josef Reichwein, geboren 19.05.1898, war einer der typischen Eisenbacher Stukkateure, die im „Niederland“ arbeiteten. Diese Stukkateure waren eine Spezialtruppe, die im Rheinland bis in die Niederlande als „Nassauer“ einen guten Ruf hatten und als Saisonarbeiter arbeiteten. Im Frühjahr, wenn das Wetter für die Bauarbeit günstiger wurde, verließen diese Männer Eisenbach und kamen oft erst im Herbst zurück. Die Existenzbedingungen dieser Bevölkerungsgruppe waren im Vergleich mit anderen Arbeitern...

Der Vermisstenfall Josef Lehr

Josef Lehr wurde am 13. August 1913 in Eisenbach im Taunus geboren und war verheiratet mit Anna Lehr. Im zivilen Leben, vor seiner Militärzeit, war er von Beruf Anstreicher. Wann Josef Lehr zur Wehrmacht einberufen wurde, ist – aufgrund kriegsbedingter Verluste – nicht mehr feststellbar. Laut dem Bundesarchiv – Abteilung Personenbezogen Auskünfte (ehemals Deutsche Dienstelle, auch als Wehrmachtsauskunftsstelle bekannt) ist den Erkennungsmarkenverzeichnissen und Veränderungsmeldungen der Wehrmacht Folgendes zu entnehmen: Stamm-Kompanie Landesschützen-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon 12 (1943). Seine Erkennungsmarke lautete auf eben genannte...

Ein Denkmal zu Ehren der gefallenen Soldaten in Eisenbach

1932 errichtete die Gemeinde Eisenbach ein Ehrenmal zum Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkrieges. Die Bauarbeiten wurden in freiwilliger Mithilfe durch die Bevölkerung durchgeführt. Die Zementgussarbeit stammte von der Firma Dillmann in Niederselters. Als geeignete Stelle für das Ehrenmal wurde eine Terrassenanlage auf dem Hanggelände zwischen der Kirch- und Bergstraße gewählt. Im Denkmalverzeichnis des Landes Hessen ist das Ehrenmal als Kulturdenkmal eingetragen. Hier heißt es: „Die Gestaltung ist zeittypisch mit kugelbesetztem Stufenmauerwerk und Freitreppe. Darüber die Darstellung eines...

Ein Mosaikstein auf der geschichtlichen Landkarte

Ein Samstagnachmittag im November und das Pfarrheim in Eisenbach füllt sich, lange bevor die Veranstaltung losgeht. Es werden Stühle hereingetragen, damit noch mehr Menschen einen Sitzplatz finden. Sie alle sind gekommen, um den Ausführungen zum neuen Buch „Eisenbach – Geschichte & Geschichten“ zu lauschen. Nach einem Jahr Arbeit an dem Buchprojekt sind alle Beteiligten stolz und froh, es nun der Eisenbacher Bevölkerung und allen weiteren Interessierten vorstellen zu können. Bernd Hartmann begrüßte die Besucher und Ehrengäste im Namen von „Wir...
Buchcover Eisenbach

Eisenbach zum Blättern – das neue Buch ist da!

Liebe Eisenbacherinnen und Eisenbacher, wenn man ein Buch in den Händen hält, sieht man meistens nur das Ergebnis – den Druck, das Papier und die schönen Bilder. Was man nicht sieht, sind die vielen Abende, die Recherchen, die Korrekturen, das Kopfzerbrechen über jedes Komma, jede Bildunterschrift und jede Seite im Layout. Und genau das war Eisenbach – Geschichte & Geschichten: eine echte Herzensarbeit – und, ehrlich gesagt, manchmal auch eine Geduldsprobe. Als wir mit dem Projekt angefangen haben, hatten wir vor...

Vereinsgeschichte der Verschönerungsgemeinschaft e. V. Eisenbach

Am 18. März 1958 wurde die Verschönerungsgemeinschaft Eisenbach gegründet. Zur Gründungsversammlung waren 24 Personen im Gasthaus Johann Kaiser erschienen. Alle Anwesenden erklärten sich bereit, einen Verschönerungsverein zu gründen. Auf Anregung des bereits verstorbenen Mitglieds Willi Hamm sollte dieser Institution nicht der Name „Verein“, sondern „Verschönerungsgemeinschaft“ gegeben werden. Dadurch sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass die gesamte Einwohnerschaft aufgerufen ist, in dieser Gemeinschaft mitzuarbeiten zum Wohle und zum Nutzen aller Bürger unserer Gemeinde in gemeinnütziger, selbstloser Arbeit, um unseren Heimatort...

Angekommen in Eisenbach

„Angekommen in Eisenbach“ – im Rahmen einer kleinen Artikel-Reihe zum Thema „Vertriebene aus dem Sudetenland“ erzählen Heimatvertriebene von ihrer Geschichte und ihrer Ankunft in Eisenbach und schildern ihre persönlichen Erfahrungen.

Schwester Blithmundas Leben und Wirken in Eisenbach

Mit „Schwester Blithmunda“ verbinden viele Eisenbacher die Straße im Neubaugebiet der 1990er Jahre, doch wer sie wirklich war und welche Verbindung sie nach Eisenbach hatte, das werden wohl nur die wenigsten wissen. Die Erklärung unter dem Straßenschild gibt kurz Aufschluss: Anna Meinerz, geboren am 25. Mai 1900 in Uhler (Rhein-Hunsrück-Kreis), war vom 28. April 1928 bis 12. Mai 1947 als Krankenschwester in Eisenbach tätig. Sie verbrachte über 10.000 Stunden in der Krankenpflege und Nachtwache bei Kranken und Sterbenden und...
Jetty Hartmann

Jettis Vertreibung aus Bensen

Die Kleinstadt Bensen am Polzen (tschechisch: Benešov nad Ploučnicí) zählt etwa 4.000 Einwohner. Sie liegt in Nordböhmen. Es ist eine schöne, alte Kleinstadt. Die beiden Schlösser und die Herrenhäuser zeugen von einer handelsreichen Zeit im Mittelalter. Es war der 20. Juni 1945. In den Straßen der kleinen Stadt Bensen in Nordböhmen wurden Plakate mit der Aufschrift „An alle Bewohner des Doberbergs“, dem „Hausberg“ des Städtchens, angebracht. Am Folgetag, so hieß es auf diesen Plakaten, sollten sich alle deutschen Bewohner um...

Der Eisenbacher Schwan schwimmt sich schwindelig

Die Sage von den brennenden Schwänen und der durch sie ausgelösten Feuersbrunst in Eisenbach, für die im 16. Jahrhundert angeblich eine Gruppe umherziehender Sinti verantwortlich gewesen sein sollte, ist ebenso bekannt wie unglaubwürdig. Dennoch hat man den Schwan in das Gemeindewappen aufgenommen, um vor dem Unglück zu warnen und weil wahrscheinlich auch eine Familie in der Wüstung Frondorf den stolzen Vogel in ihrem Wappen führte. Seit dem Jahr 1816 findet man die folgende Beschreibung für das Wappen im Eisenbacher...

Wenn alte Fotos lebendig werden – KI-Video-Clips aus Eisenbachs Geschichte

Mit Hilfe moderner KI-Technik haben wir von Eisenbach – Einst und Jetzt aus einigen alten Fotografien kurze animierte Videosequenzen erstellt. Die Clips zeigen keine echten Filmaufnahmen, sondern sind KI-generierte Interpretationen historischer Motive aus unserem Dorf. Auch wenn diese Videos keine dokumentarische Echtheit beanspruchen, bieten sie einen spannenden Blick auf vergangene Zeiten – in Bewegung. Sie lassen Eisenbachs Geschichte auf neue Weise lebendig werden und machen unsere Bildarchive auf kreative Art zugänglich. Die nachfolgenden Clips verstehen wir daher nicht als Ersatz für...

Verlorene Heimat – Brunos Weg von Tschöppern nach Eisenbach

Zurück ins Jahr 1945. Tschöppern (tschechisch: Čepirohy) war im 20. Jahrhundert ein kleines Dorf und gehörte zum Landkreis Brüx. 1930 lebten dort 677 Menschen. Es war landwirtschaftlich geprägt, doch durch die Industrialisierung (Kohleförderung) hatte sich die Einwohnerzahl von Tschöppern bis 1930 verdoppelt. Bruno Glöckner lebte mit seiner Mutter Pauline und seinen Geschwistern Amalia, Marianne und Eduard in Tschöppern. Der Vater Emil war nun – nach dem Zweiten Weltkrieg – in Gefangenschaft. Brunos älterer Bruder Karl war im Krieg verwundet worden,...

Toilettenanlage Mehrgenerationenpark geöffnet

Die Toilettenanlage des Mehrgenerationenparks im Mehrzweckgebäude der Verschönerungsgemeinschaft Eisenbach wurde am 1. April wieder geöffnet. Täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr bis zum 31. Oktober 2025 steht sie den Nutzern des Mehrgenerationenparks zur Verfügung. Die Verschönerungsgemeinschaft hat sich bereiterklärt, die Toilettenanlage zu betreuen, d.h. täglich Auf- und Zuschließen sowie Reinigungsarbeiten durchzuführen. Es werden noch Unterstützer/innen für diese Arbeiten gesucht. Bei Interesse bitte bei dem Vorsitzenden Gerald Hofmann, Tel.: 06483-7784, melden. Im Mai ist vorgesehen, den Bildstock im Hauser Weg zu...
Von Maureru - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=105333006

Was machte ein General und Hitler-Verschwörer 1946/47 in Eisenbach?

Ein Eintrag im amtlichen Meldebuch, der Rätsel aufgibt: Was machte ein deutscher Generalmajor nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Eisenbach? Fakt ist: Alexander von Pfuhlstein, geboren am 17.12.1899 in Danzig, war für ein halbes Jahr in Eisenbach gemeldet. Dies belegt das Eisenbacher Meldebuch aus der Zeit von 1930 bis 1949. Es ist dort handschriftlich in den Spalten notiert: 1.9.46, Alexander v. Pfuhlstein, Treuhänder, 17.12.1899, ev., verh. , Danzig , Kreuzwertheim Alexander v. Pfuhlstein, 17.12.1899, ev., verh. , Danzig...

Wir für Eisenbach – Bewahren, Erzählen, Gestalten

Wir sind eine engagierte Gemeinschaft von Frauen und Männern aus Eisenbach, die sich mit Leidenschaft der Geschichte und den Geschichten unseres Ortes widmet. Unser Ziel ist es, Erinnerungen lebendig zu halten und Wissen für kommende Generationen zu sichern. Fotos spielen dabei eine zentrale Rolle: Der Satz "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" gilt nach wie vor. Unser Archiv umfasst inzwischen rund 3.000 Bilddateien – und stetig kommen neue Entdeckungen hinzu. Viele dieser Schätze wären ohne unser gemeinsames Engagement in...

Die ZVG: Vom bescheidenen Hof zur internationalen Marke

Von Julia Hartmann Das große Haus in der Straße steht immer noch, auf dem Weg Richtung „Haus Waldfrieden“. Auf der Fassade steht „Z V G“, in einem Dreieck angeordnet. Die Abkürzung steht für „Zündmetall-Verkaufs-Gesellschaft mbH“. Aus der Eisenbacher Holzwarenfabrik (EHOF) hervorgegangen, gründete der Unternehmer Günther Krause 1949 die ZVG in demselben Gebäude. Logo und Briefkopf der ZVG Gründung und Anfänge Während des Zweiten Weltkrieges wurden Familien aus den Städten evakuiert und auf dem Land untergebracht. So auch Familie Krause: Frau Krause, die Tochter...

3. September 1915

Eisenbach, 2. Sept. Aus der Arbeitsstelle der Witwe Schmidt in Hof Hausen bei Eisenbach (Kreis Limburg) sind zwei französische Kriegsgefangene, Marius Ballier und Paul Bochet, entwich. Signalement für Ballier: Größe 1,70 Meter, Statur schlank, Augen blau, Haare braun, blonder Schnurrbart, im Ober- und Unterkiefer fehlen je zwei Backenzähne. Bochet: ist 1,72 Meter groß, Nasenform stark, Augen blau, Haare braun, kleiner Schnurrbart, im Oberkiefer fehlen zwei Backenzähne.

19. Februar 1916

Eisenbach, 18. Febr. Nach langem, schwerem Leiden verstarb hierselbst gestern der Kriegsveteran von 1870/71 Heinrich Muth im Alter von 70 Jahren.

2. Mai 1916

Eisenbach, 1. Mai. Großfeuer. Freitagabend um 11 Uhr entstand in der Wilhelmstraße auf nicht aufgeklärte Weise ein Großfeuer. Abgebrannt sind das Wohnhaus, die Scheune und Stallungen der Witwe August Horn, die Wohnhäuser mit Stallungen des Peter Schuhmacher, des Schuhmachers Johann Weil und des Wilhelm Steinebach. Die Genannten sind sämtlich gegen Brandschaden versichert.

29. Juli 1916

Eisenbach, 24. Juli. In der gestrigen Nacht ist vom Gut Hof Hausen ein Kalb aus dem Stalle gestohlen worden. Für die Ermittlung der Täter setzt die Gutsverwaltung eine hohe Belohnung aus.

29. Dezember 1916

Eisenbach, 27. Dez. In vorletzter Nacht sind dem Landmann Jakob Hartmann zwei junge Schweine aus dem Stalle gestohlen worden. Nach den vorgefundenen Blutspuren hat eine Schlachtung der Tiere im Stalle stattgefunden. Aus anderen Blutspuren, die auf dem Bahnsteig zu Niederselters sich vorfanden, wird geschlossen, dass die Weiterbeförderung der geschlachteten Tiere von dort aus mit dem Arbeiter-Frühzug (4.40) erfolgt ist.

25. Januar 1917

Niederselters, 24. Jan. Förster Melchior zu Weyer gelang es, einen berüchtigten Schlingensteller von Eisenbach vor einigen Tagen im Niederselterser Revier auf frischer Tat zu fassen. Eine vorgenommene Haussuchung förderte viel belastendes Material zutage. Auch in den Revieren Oberbrechen und Weyer wurden Rehe in Schlingen gefunden. Die entdeckten Schlingen zeigten alle dieselbe Beschaffenheit. Die wegen ihrem guten Wildstand früher so geschätzten Reviere sind heute fast wildleer.

26. Januar 1917

Niederselters, 24. Jan. Im Niederselterser Revier gelang es dem Förster Melchior von Weyer, einen berüchtigten Schlingenfänger aus Eisenbach vor einigen Tagen auf frischer Tat zu fassen. In einem Distrikt allein entfernte Förster Melchior 21 Schlingen, die auf Rehe und Hasen gestellt waren. Eine vorgenommene Haussuchung förderte weiteres belastendes Material zutage. In den Revieren Weyer und Oberbrechen fand man viele Schlingen gestellt.

17. Februar 1917

Todes-Anzeige Gott der Allmächtige hat seinen treuen Diener, den hochwürdigen Herrn Klemens Langenhoff, Pfarrer zu Eisenbach, Definitor des Landkapitels Camberg, nach kurzer Krankheit, heute nachmittag 3 Uhr, aus dieser Zeitlichkeit abgerufen. Tieferschüttert steht die Gemeinde Eisenbach an der Bahre dieses Priesters, der ihr durch ein Menschenalter in Wahrheit ein guter Hirt gewesen ist. Eisenbach, 16. Februar 1917. Der Kirchenvorstand.Die Kirchengemeinde-Vertretung. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, den 20. d. Mts. Das Offizium beginnt um 10 Uhr, danach das Amt und die Beisetzung.

17. Februar 1917

Eisenbach (Nassau), 16. Febr. Ein edler Priestergeist ist von uns gegangen; nach kurzer Krankheit verschied dahier Herr Pfarrer Klemens Langenhoff, Definitor des Landkapitels Camberg. Über 31 Jahre wirkte der Verstorbene in unserer Gemeinde, geschätzt und hochgeachtet als Priester, Freund und Berater. Geboren am 23. Oktober 1840 in Dingden (Westf.), wurde er am 6. Februar 1869 zum Priester geweiht, wirkte zuerst als Kaplan in Münster und trat dann in die Diözese Limburg über, um hier ein Jahr als Kaplan in Dauborn...

12. Mai 1917

Eisenbach, 11. Mai. Am 9. Mai waren 25 Jahre verflossen, seitdem Postagent Hartmann die Dienstgeschäfte der hiesigen Postagentur geführt hat.

18. Juli 1917

Eisenbach (Taunus), 17. Juli. Unterschlagung. Gestern wurde der Tüncher P. Bäcker verhaftet und in das Gerichtsgefängnis abgeführt. Er hat während längerer Jahre zurück Geldbeträge, die ihm von der Ortsbevölkerung für gute Zwecke zur Weiterbeförderung übergeben worden sind, unterschlagen. Bei der Haussuchung fanden sich 25.000 Mark zinstragend auf Sparkassenbücher angelegt und 4.000 Mark bares Geld in Gold und Silber bei ihm vor.

21. Juli 1917

Die „W.Z.“ berichtet aus Eisenbach i. T.: Gestern wurde der Tüncher P. Bäcker verhaftet und in das Gerichtsgefängnis abgeführt. Er hat während längerer Jahre Geldbeträge, die ihm von der Ortsbevölkerung für gute Zwecke zur Weiterbeförderung übergeben worden sind, unterschlagen. Bei der Haussuchung fanden sich 25.000 Mark zinstragend auf Sparkassenbücher angelegt und 4.000 Mark bares Geld in Gold und Silber bei ihm vor.

25. Juli 1917

Eisenbach (Taunus), 25. Juli. Unterschlagung. Zu der Verhaftung des Tünchers P. Bäcker wegen Unterschlagung wird uns mitgeteilt, dass die Gerüchte und Nachrichten über die bei B. beschlagnahmten Summen bedeutend übertrieben sind. Es wurden nur ein Sparkassenbuch über 615,59 Mark, eine Kriegsanleihe über 500 Mark und 740 Mark Bargeld in Papier bei B. beschlagnahmt. Ob B. die Unterschlagungen begangen hat, ist noch nicht einmal erwiesen.

25. Juli 1917

Eisenbach (Taunus), 25. Juli. Unterschlagung. Zu der Verhaftung des Tünchers P. Bäcker wegen Unterschlagung wird uns mitgeteilt, dass die Gerüchte und Nachrichten über die bei B. beschlagnahmten Summen bedeutend übertrieben sind. Es wurden nur ein Sparkassenbuch über 615,59 Mark, eine Kriegsanleihe über 500 Mark und 740 Mark Bargeld in Papier bei B. beschlagnahmt. Ob B. die Unterschlagungen begangen hat, ist noch nicht einmal erwiesen.

17. Oktober 1917

Camberg. Beim Korndreschen geriet der auf Urlaub hier weilende Sohn des Kaufmanns Theodor Gallo im nahen Eisenbach in die Dreschmaschine und wurde tödlich verletzt.

18. Oktober 1917

Wiesbaden, 17. Okt. Durch Kriminalbeamte wurde am Montagvormittag in einem Hause der Riehlsstraße der schon vorbestrafte, aus der Strafanstalt entwichene Maurer Josef Weimar aus Eisenbach, der schon seit längerer Zeit die hiesige sowie die Camberger Gegend unsicher machte, verhaftet. Weimar suchte sich der Festnahme durch die Flucht über die Dächer einiger Häuserreihen zu entziehen. Die aufregende Jagd zog sich die Riehls-, Karl- und Herderstraße entlang, bis es schließlich gelang, den Verbrecher einzufangen.

3. November 1917

Gerichtssaal. Oberselters, 31. Okt. In der vorletzten Nacht zwischen 12 und 1 Uhr gelang es dem Wachtmeister Trabhardt aus Camberg, einen schon seit längerer Zeit verdächtigen Gartendieb aus dem benachbarten Eisenbach auf frischer Tat dabei zu ertappen, als er in den Gärten zwischen hier und Erbach Kappusköpfe abschnitt.

„Eisenbach einst und jetzt“ wird Teil der Verschönerungsgemeinschaft Eisenbach e.V.

Gemeinsames Engagement für die Ortsgeschichte unter dem Motto „Wir für Eisenbach“ Die Gruppe Eisenbach einst und jetzt, die sich intensiv mit der Geschichte des Ortes Eisenbach befasst, wird künftig in die Verschönerungsgemeinschaft Eisenbach e.V. integriert. Damit erhält die bisher lose organisierte Gruppe erstmals eine Vereinsstruktur und profitiert von den damit verbundenen Vorteilen. Die Verschönerungsgemeinschaft und Eisenbach einst und jetzt treten künftig gemeinsam mit einem neuen Logo unter dem Slogan „Wir für Eisenbach“ auf. Mit diesem Schritt versprechen sich beide Seiten...

10. November 1917

Strafkammer Ein eigenartiger Betrugsfall wurde gestern vor der hiesigen Strafkammer verhandelt. Der Tüncher Peter Becker aus Eisenbach spielte in seinem Heimatdörfchen den „frommen Mann“ und brandmarkte seine Mitbürger seit vielen Jahren um mehrere Tausend Mark. Becker arbeitete die Woche über in Mainz. Er kehrte am Samstag nach Hause zurück und spielte sich am Sonntag als „Vertrauensmann“ des Mainzer Hauptzunftklosters auf. Er hatte sich in seiner Wohnung ein richtiges Büro eingerichtet, in welchem er namentlich Frauen empfing, die ihn das Geld anvertrauten...

10. November 1917

Gerichtssaal. Ein großer Betrugsprozess. Ein Strafprozess, der geeignet erscheint, Aufsehen zu erregen, beschäftigte gestern die hiesige Strafkammer. Der Angeklagte war der Tüncher Peter Becker aus Eisenbach, ein Mann, der dort als Muster in der Solidität und in der Erfüllung seiner Verpflichtungen gegen Kirche und Haus hingestellt wurde, bis man plötzlich dahinterkam, dass er wohl den größten Teil der Ortsbewohner auf das schmählichste betrogen hatte. 54 Zeugen...

10. November 1917

waren zu der örtlichen Verhandlung vorgeladen. Außerdem hatte sich alles, was in Eisenbach abkommen konnte, im Zuhörersaal eingefunden. Jeder arbeitete lange Jahre, bevor er seine jetzige lohnendere Beschäftigung in einer Munitionsfabrik fand, bei einem Handwerksmeister in Mainz. Montags vormittags 4 Uhr pflegte er die Reise nach dort anzutreten und verließ die ganze Woche über die Werkstatt nicht. Auf diese Weise hatte er sich mit den Verhältnissen zuerst sehr vertraut und gab sich den Anschein der Frömmigkeit, um das Vertrauen...

16. Februar 1918

Belohnung aus Anlass der Wiederergreifung geflüchteter Kriegsgefangener. Den nachgenannten Kreisangehörigen ist aus Anlass der Festnahme von entwichenen Kriegsgefangenen wegen der dabei von ihnen bewiesenen Umsicht und Energie und der durch die Wiederergreifung dem Vaterland geleisteten Dienste eine Ehrenurkunde vom stellvertretenden Generalkommando zuerkannt worden: Landwirt Josef Müller IV. in Oberbrechen, Feldhüter Adam Gattinger in Eisenbach, Bürgermeister Adam Hartmann in Eisenbach; eine Geldbelohnung erhielten aus dem gleichen Anlass Arbeiter Peter Kneipp in Thalheim, Arbeiter Heinrich Müller in Erbach, Schuhmacher Jak. Thies...

1. Oktober 1918

Eisenbach, 30. Sept. Herr stud. med. Franz Reichmann, Sohn des Rechnungsstellers Joh. Reichmann, wurde zum Leutnant der Reserve befördert, nachdem er früher mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden war. Leutnant Reichmann ist der erste aus unserer Gemeinde hervorgegangene Feld-Offizier.

23. Februar 1917

Eisenbach, 20. Febr. Heute wurde Herr Pfarrer Langenhoff in unserer Pfarrkirche zur letzten Ruhe bestattet. Die Aufsichtsbehörde hatte mit Rücksicht auf die großen Verdienste des Verstorbenen um die Erbauung und Ausschmückung der Kirche die Genehmigung zu seiner Beisetzung in dem Gotteshause erteilt. Trotz der Ungunst der Witterung und der Verkehrserschwernissen waren über zwanzig Geistliche zu dem Begräbnis erschienen. Das Traueramt hielt Herr Dechant J.-P. Herr, assistiert von den Herren Bress (Friedhofen) und Pabst (Limburg). Die Gedächtnisrede hatte Herr Domdekan...

28. Mai 1927

Limburg. (Großfeuer an der Lahn.) In Eisenbach entstand nach Einbruch der Dunkelheit in der Scheune eines Landwirts Feuer, das bald auf die Stallungen und andere Gebäulichkeiten in der Nachbarschaft übergriff. Trotz anstrengender Arbeit von drei Feuerwehren brannten die vom Feuer betroffenen Anwesen nieder. Das Vieh konnte gerettet werden.

16. Juni 1910

Von der Hessenstraße, 14. Juni. Im Oktober letzten Jahres durchstreifte wieder eine etwa 50 Köpfe zählende Zigeunerbande die Umgebung, und es scheint dieser Gesellschaft hier gefallen zu haben. Denn seit der Zeit sieht man immer wieder größere und kleinere Trupps die Gegend durchstreifen. Gerade die Umgebung der Hessenstraße scheint ganz besonders Terrain für sie zu sein. Hier grenzen nämlich die Kreise Oberlahn, Usingen und Limburg aneinander; sie sind darum vielleicht polizeilicherer als in anderen Gegenden.

27.10.1927

Eisenbach bei Niederselters. (Sie freuten sich zu früh.) Einem gerissenen Schwindler fiel in der vergangenen Woche die hiesige Einwohnerschaft zum Opfer. Ein Fremder, angeblich aus dem Rheinland, erschien in der Gastwirtschaft Schäfer und gab zu verstehen, dass er sämtliches Obst am Platz zu kaufen beabsichtigte, und zwar zu 17 Mark je Zentner. Der Frau des Gastwirts versprach er für die Vermittlung der Käufer von jedem gekauften Zentner eine Vergütung von 1 Mark, woraufhin diese von Haus zu Haus eilte,...

Die „Freiherr-von-Kruse-Straße“

„Freiherr von Kruse“, „Schwester Blithmunda“ – diese Namen auf Eisenbacher Straßenschildern klingen selbst manchem Eisenbacher fremd. Doch nicht grundlos sind die Straßen nach diesen Persönlichkeiten benannt. In unserer kurzen Reihe stellen wir ein paar von ihnen vor.

Ein Lehrer, ein Dorf, eine Liebe: Die Geschichte von Heinrich Berninger („Schummersdäsch“)

Heinrich Rupertus Berninger wurde am 27. März 1805 in Fischbach als Sohn der Eheleute Heinrich und seiner Ehefrau Anna-Maria, geb. Pfeifer, geboren. Er begann zunächst als Lehrergehilfe 1823 seinen Dienst in Eisenbach, leitete schließlich bis 1874 die Schule. So feierte er das zu dieser Zeit sehr seltene 50-jährige Dienst- und Ortsjubiläum. Am 1. Juli 1873 erhielt er hierfür das Allgemeine Ehrenzeichen von der Königlichen Regierung, verliehen durch den Minister der „geistlichen Unterrichts- und Medizinangelegenheiten“. Schulinspektor Mayer beschreibt ihn als „brave[n], religiöse[n] und eifrige[n] Lehrer“.

Von alten Wegen und neuen Straßen

Von Christian Heinz Die Straßen und Wege, die wir täglich nutzen, um von einem Ort zum anderen zu gelangen, blicken auf eine lange Geschichte zurück. Ein Blick auf die umliegenden Dörfer – wie Oberselters, Niederselters, Oberbrechen und Niederbrechen – zeigt, dass diese teilweise bis ins Jahr 772 zurückreichen. Die Straßenführung, die diese Dörfer miteinander verbindet, ist ebenso alt und von historischer Bedeutung. Die heutigen Straßen wie die B8 oder die Hessenstraße führen ihre Ursprünge auf diese alten Verkehrswege zurück. Ein Zitat...

Zwischen Glaube und Zweifel: Die verlorenen Träume von Clemens Erwe

Ein paar Blätter Papier nur, könnte man meinen. Aber sie sind in handschriftlichem Sütterlin verfasst, etwa 90 Jahre alt. Es handelt sich um eine Übungspredigt aus dem Theologiestudium. Die Zeilen stammen aus der Feder von Clemens Johann Erwe (geb. am 28. September 1911 in Eisenbach, gest. am 20. März 1942). Seine Eltern sind Heinrich und Anna Erwe, geb. Lehr. Clemens hat drei Brüder (Heinrich, Franz, Josef) und drei Schwestern (Franziska, Maria, Käthe). Er stammt aus armen Verhältnissen und ist...

790 Jahre Eisenbach – Eine kurzes Resüme.

Es kann durchaus als Zufall bezeichnet werden, dass das Dorf Eisenbach in einer Urkunde von 1234 erwähnt wird, die im hessischen Hauptstaatsarchiv aufbewahrt wird. Es ist von einem Streit um die Besetzung der Kirche zu Heftrich die Rede. Unter zahlreichen reichen Zeugen wird auch der Pleban, der Pfarrer, Walpert zu Isenbach, genannt. Von „Isenbach“ wird bis ca. 1507 gesprochen. Erst in den folgenden Jahrzehnten hat sich die neuhochdeutsche Schreibweise „Eisenbach“ eingebürgert. Damit feiert Eisenbach 2024 seinen 790. Geburtstag. Sicherlich ist Eisenbach älter....

11. Juni 1964: Ein schicksalhafter Tag mit einem tragischen Ende

Nicht nur freudige Ereignisse haben einen Jahrestag, sondern auch tragische, die einen bis heute erschüttern können. Im Juni ist es nunmehr 60 Jahre her: der Amoklauf von Köln-Volkhoven. Zwei Eisenbacherinnen erinnern sich an ihre Ursula. Sie ist ihnen bis heute präsent. Es ist der 11. Juni 1964. Die 24-jährige Ursula Kuhr, geborene Erwen, verheiratet, Lehrerin, macht sich fertig für den Schultag. Sie lebt mit ihrem Mann in Köln-Klettenberg und arbeitet an der katholischen Volksschule in Köln-Volkhoven. Niemand kann wissen, dass...

Der Eisenbacher Vatermord (II)

Vor einigen Jahren stieß unser Autor auf einen Zeitungsausschnitt aus Österreich vom 8. Januar 1914, der von einem Vatermord in Eisenbach im Taunus berichtete. Dieser Fund führte zu weiteren Recherchen, doch die Suche nach Informationen gestaltete sich schwierig. Nach Jahren der Unterbrechung und erneutem Interesse begann der Autor erneut nach Informationen...

Der Eisenbacher Vatermord (I)

Im Jahr 1914 ereignete sich der tragische Vorfall, bei dem der junge Mann Peter Seck seinen Vater tötete. An jenem Tag drang der betrunkene Vater in das Zimmer seiner Frau ein und begann, seine kranke Frau zu misshandeln. Peter Seck, der Sohn, versuchte, seine Mutter zu schützen, und es entwickelte sich ein tumultartiger Streit. Schüsse fielen, und der Vater wurde schwer verletzt.

Vor 125 Jahren wurde die Eisenbacher Kirche gebaut

Am 25. September 2023 feiert die St. Petrus Kirche in Eisenbach ein besonderes Jubiläum. Genau 125 Jahre zuvor wurde die größte und schönste Kirche des Goldenen Grunds nach nur 2-jähriger Bauzeit fertig gestellt. Anlass genug, sich die Vorgeschichte zum Bau des Gotteshauses nochmals anzuschauen. Der Artikel von Franz-Josef Rembser wurde leicht überarbeitet und mit zusätzlichen Bildern aus späteren Jahren versehen. Von Franz Josef Rembser Als Clemens Langenhof am 27. November 1884 als Kaplan nach Eisenbach kam, muss er sehr bald...

Eine kleine Reminiszenz an den wohl besten Fußballer aus Eisenbach: Berthold Buchenau

(Video, 1:37 min.) Berthold Buchenau (1934 - 2016) lernte das Fußballspielen in Eisenbach und wechselte als 17-Jähriger zum FSV Frankfurt und erzielte dort bis 1962 89 Tore in 194 Spielen. Bundestrainer Sepp Herberger berief in 1955 in die Nationalelf zum Länderspiel gegen Irland. Leider musste er die Teilnahme aus beruflichen Gründen absagen. Buchenau war ein technisch versierter Stürmer mit einem harten Schuss und Kopfballstärke.

Eine Spürnase auf der Fährte der Geschichte von „Haus Waldfrieden“

Fast jeder Eisenbacher kennt es, das große Gebäude auf der Anhöhe rechts der Straße, die von der Bundesstraße 8 in den Luftkurort führt. Fragt man fünf verschiedene Personen nach der Geschichte von Haus Waldfrieden, erhält man fünf verschiedene Versionen. Frank Noll von „Eisenbach Einst und Jetzt“ bat mich, einmal für die nachfolgenden Generationen nach der Wahrheit zu forschen. Er wandte sich an mich, weil meine Schwiegermutter - wie einige andere ältere Eisenbacher auch - im Haus Waldfrieden gearbeitet hatte. Das...
Foto Hof zu Hausen

Der Hof zu Hausen, General August von Kruse und das nassauische Militär in der...

Ein beliebtes Fotomotiv ist die kleine Kapelle beim Hof zu Hausen. Ein schöner Spazierweg entlang des Hofes Hausen und der Kapelle für Wanderer aus nah und fern, zu jeder Jahreszeit. Idyllisch eingebettet in die herrliche Landschaft.Der eine oder andere wird die Geschichte um den Hof Hausen und das Kapellchen schon kennen. Allen anderen seien die folgenden Links empfohlen. Übrigens auch zur Auffrischung. https://de.wikipedia.org/wiki/Hof_zu_Hausenhttps://de.wikipedia.org/wiki/August_von_KruseAuch Dr. Bernd Weil hat bereits 2019 einen Artikel über die Geschichte des Hof Hausen verfasst: https://stage.xn--wir-fr-eisenbach-nzb.de/die-geschichte-des-hofes-zu-hausen Kurze Eckdaten aus beiden...
3 Bruchsteine an der ehemaligen Ohlandsburg - Foto Dr. Bernd Weil (002)

Die Ohlandsburg

In unserer Heimat gibt es noch Vieles zu entdecken und zu erforschen, jedoch sind einige Sehenswürdigkeiten zwar dem Namen nach noch vielen Menschen gut bekannt, aber im Lauf der Jahrhunderte leider gänzlich verschwunden. Dazu gehört die untergegangene Ohlandsburg, die bis in die sechziger Jahre noch das Ziel zahlreicher Schulwanderungen war. Sie lag auf 380,3 Metern über dem Meeresspiegel, etwa zwei Kilometer nördlich des Bad Camberger Ortsteils Schwickershausen und rund 350 Meter südlich des Hauser Bachs. Vom Waldparkplatz Krämerstein an...

Flucht aus der DDR nach Eisenbach

Flucht ist aktuell auf Grund der Ereignisse in Afghanistan und insbesondere seit 2015 ein Thema in der öffentlichen und politischen Diskussion. Kürzlich jährte sich der Bau der Berliner Mauer zum 60. Male. Fast vergessen und höchstens schwach gestreift wird und wurde, dass Menschen aus dem einen Teil von Deutschland in den anderen flüchten mussten und dies auch mit erheblichen Schwierigkeiten und Gefahren verbunden war. Viele verloren dabei ihr Leben. Erzählt wird hier die Geschichte des jungen Mannes Manfred Nickel, der 1958...

Labbeduddel, Schinnoose un Stäggedabscher

Nidd nur fier engeblaggde (für eingebürgerte), zougeraaste (zugereiste) unn fortgezuene met Hammwieh (und fortgezogene mit Heimweh). Nichts verstanden? Dann schau´ nach im Eisenbacher Wörterbuch. Jetzt spricht es sogar, denn ausgewählte Wörter wurden und werden nach und nach von Julia und Agnes Hartmann vertont. Gesammelt und zusammengetragen von Bernd Falkenbach HINWEIS: Smartphones am besten im Querformat nutzen, um die Audiodateien leichter abspielen zu können! Um nur die gesprochenen Begriffe anzuzeigen, im Suchfeld "mp3" eingeben.

Mit 17 Jahren in die Fremde

Als Alfred Zimmermann 1909 als erstes Kind des Eisenbacher Maurers Philipp Zimmermann und seiner Frau Anna in Eisenbach geboren wurde, lag der letzte Krieg rund 40 Jahre zurück. Bis zur damaligen Zeit ein ungewöhnlich langer Zeitraum in Frieden. Der Schriftsteller Stefan Zweig beschreibt diese Zeit in seinem Buch „Die Zeit von Gestern“ als modern, gelöst, heiter und zivilisiert. Es schien, als sei die Zeit der Kriege endgültig vorbei. Erster Weltkrieg Doch wenige Wochen nach Alfreds fünftem Geburtstag begann der Erste Weltkrieg....

Online-Umfrage

Goldener Grund - ein klangvoller Name. Um diesen Namen auch außerhalb unserer Region zum Klingen zu bringen, haben die Gemeinden Selters, Brechen, Hünfelden und die Kurstadt Bad Camberg eine gemeinsame Projektgruppe unter dem Namen "Regionalmarketing Goldener Grund" gestartet. Ziel ist es, den Goldenen Grund in den Bereichen Tourismus und Wirtschaftsförderung gemeinsam und nachhaltig fortzuentwickeln und eine Identität stiftende, Image bildende Marke "Goldener Grund" zu schaffen. Profitieren sollen hiervon gleichermaßen Einheimische (Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Vereine und sonstige Institutionen) wie...

…und dann kam Alfons!

Von Rudolf van der Tang Die Lage im niederländischen Voorhout zu Kriegsbeginn Am 10 Mai 1940 wurden die Niederlande ohne Kriegserklärung von der Wehrmacht überfallen. Frühmorgens sprangen über dem Marineflugplatz Valkenburg, das in der Nähe von Voorhout liegt, deutsche Fallschirmjäger ab. Der Anflug erfolgte über Voorhout. Meine Oma Jeanne war draußen und winkte einem in der Tür einer Ju-52 absprungbereitem Fallschirmjäger zu. Mein Opa Bram schimpfte deswegen mit ihr. Meine Oma meinte, dass es ein freundlicher Mann sei, der zuerst gewunken...

Die Eisenbacher Kerb 1961

„Neuer“ Graf-Hanse-Tisch lädt ein zum Verweilen

Es begann auf einer Gemarkungsfahrt, ausgerichtet von den Kirmesburschen 84, die ihren Gästen die Gemarkung auf Traktoranhängern „erfahrbar“ machten und an markanten Punkten Erläuterungen gaben, kleine Geschichten erzählten und die Flurnahmen erklärten, die von der Jagdgenossenschaft oft auch auf Schildern ausgewiesen sind. Am Graf- Hannesse- Tisch konnte sich aber ein Mitfahrer, M. Kaiser, nicht damit anfreunden, dass der Brocken faulen Felses, der an der bezeichneten Stelle lag, wirklich das genannte Naturdenkmal sei. Sollten die Kindheitserinnerungen so sehr trügen? Schnell war man...

Die Grube

Man blickt täglich darauf oder geht beim Spazierengehen vorbei. Ohne zu ahnen, was sich unter dem unscheinbaren Hügel verbirgt. Wer macht sich schon Gedanken über die Geschichte eines heute zugeschütteten Lochs, das von Bäumen umgeben ist und sich oberhalb einer von einem Landwirt genutzten Halle befindet? Das Schild „Auf der Grub“ gibt den ersten Hinweis. Den älteren Eisenbacher Einwohnern ist natürlich bekannt, dass hier in früheren Zeiten nach Bodenschätzen gegraben wurde. Vorwiegend nach Bleierz und Silber. Bereits die Kelten haben vor...

Sally Aumanns Schwiegervater starb an der Spanischen Grippe

Sally Aumann (1897-1994) lebte mit seiner Schwester Klothilde (1899-1941/42) bei seinen Eltern Hermann (1864-1938) und Johanna, geborene Heß (1871-1924), in der Eisenbacher Wilhelmstraße 37. Sally heiratete Berta ("Betty") Oestreich (1913-1944) aus Langstadt (heute Babenhausen). Sie zogen nach Frankfurt am Main und bekamen zwei Kinder: Judis (1940-1942) und Josia (1941-1942), die beide im Ghetto Theresienstadt noch als Babys von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Berta Aumanns Bruder hieß Max. Ihre Eltern waren der Kaufmann Julius Oestreich (1876-1918) und die Hausfrau Sara, geborene...

Eisenbach einst. Jetzt nachkoloriert.

Fotografien, die mehr als 50 Jahre alt sind, kennen wir fast ausschließlich als Schwarzweiß Aufnahmen. Unterbewusst nehmen wir wahr, dass die Zeit der Aufnahme sehr lange zurückliegt. Wer Mitte der 1960er geboren wurde, also rund 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, für den lag dieser Krieg in seiner Kindheit und Jugend buchstäblich eine Ewigkeit zurück. Sehen wir dann Aufnahmen aus dieser oder noch viel länger zurückliegenden Zeiten in Farbe, rücken diese Bilder sehr viel näher an uns heran. Plötzlich...

Der „Schwarze Tod“ im Goldenen Grund

In den Jahren von 1309 bis 1317 gab es in Hessen und Thüringen mehrere teils lang anhaltende Hungersnöte und einen grassierenden "Hungertyphus", der auch als "Fleckfieber" oder "Kriegspest" bezeichnet wird, aber nicht mit dem eigentlichen, durch Salmonellen verursachten Typhus abdominalis verwechselt werden sollte. Die Folge der extremen Hungersnöte war ein erheblicher Bevölkerungsrückgang, auch in unserer Region. Zwischen 1347 und 1353 folgten mehrere Pestzüge, deren Ursprünge bis in das Gebiet der heutigen Mongolei und das Jahr 1331 zurückzuführen sind. Bei der...
Gedenkveranstaltung Volkstrauertrag 2019 am Eisenbacher Ehrenmal

Lasst es nie wieder so weit kommen!

"Vor 75 Jahren wurde in der Normandie eines der letzten Kapitel des zweiten Weltkriegs geschrieben. Mit 6400 Schiffen landeten im Juni 1944 über 300.000 Mann aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Polen, Frankreich, Kanada und Neuseeland zwischen der Ornemündung und Cherbourg. Ihr Auftrag war es, Kontinentaleuropa und auch Deutschland vom Joch eines faschistischen Unrechtsstaates zu befreien. Allein in diesen Kämpfen waren fast 400.000 Tote, Verwundete und Vermisste zu beklagen, Deutsche, Alliierte und Zivilisten. Insgesamt kostete der Zweite Weltkrieg über 60...

Der Turnverein „Frisch auf“: Eisenbachs größter Verein

Als der Turnverein „Frisch Auf“ Eisenbach im Jahre 1895 gegründet wurde, gab es im heimischen Raum nur wenige Turnvereine. So existierten damals bereits die Vereine Limburg, Runkel, Camberg und Villmar. Die Gründer mit dem 1. Vorsitzenden Peter Grimm gingen mit Energie und großem Eifer an den Aufbau des Vereins und fanden zunehmend Resonanz bei den Bürgern. In kürzester Zeit wurden durch Spenden der Vereinsmitglieder ein Reck und ein Barren angeschafft, damit man auch an Geräten turnen konnte. Geübt und...

Liebe Eisenbacher

wie sicherlich bereits bekannt, versteht sich die Gruppe „Eisenbach – Einst und Jetzt“ als Zusammenschluss engagierter Eisenbacher, die sich das Ziel gesetzt haben, Geschichte und Geschichten aus Eisenbach zu bewahren und jüngeren und künftigen Generationen zugänglich zu machen. Vor diesem Hintergrund bitten wir die Eisenbacher Mitbürger bei der Verfolgung unseres aktuellen Projekts um Mithilfe und Unterstützung. Aufgrund von Verfolgung, Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit und durch sonstig bedingte Notlagen haben auch bereits zu früheren Zeiten Menschen ihr Heil und Auskommen in der Fremde gesucht. Ebenso erging es auch Eisenbacher Mitbürgern, die...

NATO-Manöver in Eisenbach

Während des Kalten Kriegs fanden in Westdeutschland zahlreiche Militär-Manöver statt. Als Beispiel seien die 1980er Jahren genannt. Jedes Jahr fanden mehrere größere sog. NATO-Manöver statt, US-Army, Bundeswehr, Britische Armee, etc. waren daran beteiligt. Dadurch sollte die Sowjetunion abgeschreckt werden. Solch ein Manöver führte amerikanische Truppen auch einmal nach Eisenbach. Davon zeugen die Fotos die uns Marius Reichwein freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.  Man konnte jahrelang noch die Einkerbungen der Bordsteine in der Hauptstraße (von Mühlstraße über Kirchstraße bis Helenenstraße) erkennen,...

Mit dem Planwagen in der Gemarkung

„Was man nicht erwandert hat, hat man nicht gesehen!“ Diese alte Weisheit nahmen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Eisenbach Einst und Jetzt“ und ihre Gäste zu Herzen und starteten eine Exkursion im Planwagen zu einigen geschichtsträchtigen Orten in der Gemarkung. Am 14. September ging es los: Unter der kundigen Leitung von Willi Zimmermann und dem Fahrer Andreas Gattinger ging es über den „Bornweg“ zum ehemaligen Standort von „Scholze Mill“. Der Verlauf des alten Mühlgrabens ist in einer Karte von 1877 noch...

NABU Ortsgruppe Eisenbach 1988 e.V.

Die Vogel- und Naturschutzgruppe Eisenbach wurde am 22. April 1988 im Vereinsheim des Schützenvereins „Roland“ gegründet. Anwesend waren 22 Personen,  darunter als Unterstützer und Ratgeber der bekannte Ornithologe  Forstdirektor Ganse aus Kirberg sowie der damalige Bürgermeister Dr. Norbert Zabel, weitere Vertreter der Kommunalpolitik und die Nassauische Presse. Von den 18 Gründungsmitgliedern sind lediglich 2 Personen ausgeschieden, alle übrigen hielten dem jungen Verein die Treue. Die Gründung erfolgte noch unter dem Namen DBV, Deutscher Bund Vogelschutz. Erst nach der politischen Wende wurden die ost-...

Das Schicksal der Eisenbacherin Mathilde Mannheimer, geborene Aumann

Alfred und Mathilde Mannheimer, geborene Aumann, wurden am 10. Juni 1942 mit Lastwagen aus ihrer Wohnung in Wiesbaden (Luisenstraße 47) geholt und unter Bewachung durch die Staatspolizei zum Sammelplatz im Städtischen Schlachthaus in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs gebracht. Über die Wiesbadener Viehverladerampe des 1884 in Betrieb genommenen Schlachthofs bestiegen die Wiesbadener Juden die Züge. Mathilde und Alfred Mannheimer wurden vom Wiesbadener Hauptbahnhof nach Frankfurt am Main gebracht. Vom dort mussten sie unter dem höhnischen Gegröle der Nazi-Anhänger zu Fuß durch die Stadt zur Großmarkthalle, der zentralen Sammelstelle, laufen. Seit Oktober 1941 organisierte die...

Die Eisenbacher Kerb

Die Eisenbacher Kerb entstand nach dem Zweiten Weltkrieg. 1948 richtete der Jahrgang 1927 das erste Kirchweih-Fest aus. Das Eisenbacher Kerbelied, wie es heute noch gespielt und gesungen wird, stammt von der Melodie des Marsches "Soldaten Mut" von 1886. Josef Ost verwendete diese Melodie und versah sie mit neuem Text. "Joo, lust'ge Eisenbacher Bouwe doas san mir,gedaaft met Häuser-Hopper Blaaschbachwasserbier,gesund an Herz, an Leber und an Lung,drum sein mer unsrer Modder ihrer allerbeste Jung." Du hast Bilder von der Eisenbacher Kerb von...

Club der Theaterfreunde

Gründungsjahre Als die deprimierende Inflationszeit am Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts vorüber war, versammelten sich am 1. Januar 1925 im Gasthaus Bös in Eisenbach 29 junge Männer, um den "Club der Theaterfreunde Eisenbach" zu gründen. Ihre Namen lauteten wie folgt:Franz Bäcker, Josef Böcher, Wilhelm Böcher I, Wilhelm Böcher II, Jakob Bös, Josef Bös, Willi Brück, Heinrich Dorn, Josef Erwe, Franz Falkenbach, Franz Haber, Franz Hartmann, Heinrich Hartmann, Wilhelm Hartmann I, Wilhelm Hartmann II, Franz Hundler, Peter Kaiser, Franz Kühn, Franz Jost, Hubert Jost,...
Würzwisch

Der „Würzwisch“

Am Fest Mariä Himmelfahrt (15. August) wird ein Kräuterstrauß mit in die Kirche genommen und dort gesegnet. Der „Würzwisch" wird während des ganzen Jahres zuhause aufbewahrt und in jedem Jahr durch einen neuen ersetzt. Er besteht hauptsächlich aus Heilkräutern, aber auch aus anderen „nützlichen" Pflanzen, die in keinem Haus­halt fehlen sollten, vor allem Getreide.   Laut Wikipedia stellt die Kräuterweihe eine Symbolhandlung dar, in der die Kräfte der Natur mit Gottes Hilfe für den Menschen nutzbar gemacht werden. Weiter heißt es dort,...
Hof zu Hausen Eisenbach Taunus

Die Geschichte des Hofes zu Hausen

Der Hof zu Hausen, auch „Häuser Hof“ genannt, liegt abseits der Landstraßen im Osten der Eisenbacher Gemarkung am Hauser Bach, eingebettet in einem stillen Tal des „Goldenen Grundes“. Der folgende Beitrag soll einen Überblick über seine mehr als 700jährige Geschichte vermitteln. Der Hof zu Hausen und das Kloster Gnadenthal (1275 bzw. 1281 bis 1648) Das Zisterzienserinnen-Kloster Gnadenthal („Vallis gratiae“) im „Kirchspiel“ Dauborn, das um 1230 gegründet worden war und seit 1246 Besitzungen in Eisenbach hatte, kaufte im Jahre 1275 von der...

Die Einweihung des Kriegerdenkmals in Eisenbach

Eine Satire nach wahren Begebenheiten Von Dr. Bernd A. Weil Frieder war ein verrückter, aber liebenswerter Kerl. Immer wieder war er mit seinem "Moped" unterwegs, das heißt, er besaß weder ein Moped noch einen Führerschein, aber er verstand es wie kein anderer, sämtliche Geräusche eines solchen Gefährts täuschend echt zu imitieren. Ob beim Anlassen oder Gas geben, ob bei Fehlzündungen, beim Bremsen oder Abwürgen des Motors, Frieder konnte wie der Pantomime eine Luftgitarre alle Töne perfekt zum Besten geben. Angesprochen, ob...